Unser Security Essen 2026 Rückblick zeigt, was wir in vier intensiven Messetagen erlebt, präsentiert und aus zahlreichen Gesprächen rund um Robotik, KRITIS und vernetzte Sicherheitslösungen mitgenommen haben.
Was uns in diesem Jahr besonders aufgefallen ist: Die Diskussion über autonome Sicherheit ist in der Praxis angekommen. Viele Gespräche an unserem Stand drehten sich nicht mehr nur um die Frage, was Robotik grundsätzlich leisten kann. Stattdessen ging es sehr konkret darum, wie autonome Systeme in bestehende Sicherheitskonzepte integriert werden, welche Aufgaben sie heute bereits zuverlässig übernehmen können und wie Sensorik, Robotik und Software zu einer gemeinsamen Sicherheitsinfrastruktur zusammenwachsen.
Gerade im Umfeld Kritischer Infrastrukturen spielen dabei Themen wie Resilienz, Verfügbarkeit und die intelligente Vernetzung bestehender Systeme eine immer größere Rolle. Genau diese Entwicklung wollten wir auf der Security Essen 2026 sichtbar und erlebbar machen.
Vier Messetage, viele Gespräche, konkrete Fragen
Vier Messetage bedeuteten für uns vor allem eines: viele persönliche Begegnungen. An unserem Stand kamen bestehende Kontakte, neue Interessenten, Partner und Vertreter der Sicherheitswirtschaft zusammen. Neben geplanten Gesprächen entstanden dabei immer wieder spontane Diskussionen direkt an den ausgestellten Systemen und Demonstratoren.
Besonders auffällig war, wie unterschiedlich die Besucher auf die einzelnen Technologien reagierten. Während einige gezielt nach Integrationsmöglichkeiten und technischen Details fragten, sorgten andere Systeme zunächst für Aufmerksamkeit und führten dann in weiterführende Gespräche über konkrete Einsatzszenarien.
Ein Beispiel dafür war unser Unitree H2, den wir auch über die Messe laufen ließen und der entsprechend viele Blicke auf sich zog. Gleichzeitig standen am Stand deutlich sachlichere Fragen im Vordergrund:
- Wie lassen sich bestehende Sicherheitsanlagen erweitern?
- Welche Schnittstellen werden benötigt?
- Und wie kann aus einzelnen Komponenten ein vernetztes Gesamtsystem entstehen?
Vernetzte Sicherheitsarchitektur zum Anfassen
Wie das Zusammenspiel aus Sensorik, Robotik und Software in der Praxis aussehen kann, haben wir auf der Security Essen 2026 mit einem eigens entwickelten interaktiven Funktionsmodell gezeigt.
Auf kompakter Fläche bildete das Modell ein vollständiges Sicherheitsökosystem ab: mit automatisierten Türen und Zufahrtsschranken, Perimeterschutz, Erschütterungssensoren am Zaun, Brandsimulation sowie den Robotersystemen ARGUS und Spot.
Der entscheidende Punkt dabei war die Vernetzung der einzelnen Komponenten. Über unsere Schnittstellentechnologie NUCRON wurden Sensorik, Aktoren und Robotik mit unserer Sicherheitsplattform ACUDA verbunden. So konnten Besucher direkt nachvollziehen, wie aus einem einzelnen Sensorereignis eine koordinierte Reaktion im Gesamtsystem entsteht.
Gerade für Kritische Infrastrukturen ist dieses Zusammenspiel entscheidend: Sensorik, Robotik und bestehende Sicherheitstechnik müssen auch in komplexen Lagen zuverlässig miteinander kommunizieren und Informationen schnell verfügbar machen. Vernetzung wird damit zu einem wichtigen Baustein für mehr Resilienz und Reaktionsfähigkeit.
Vom ausgelösten Alarm über die Ansteuerung einer Schranke bis hin zur Einbindung eines Roboters ließ sich der Ablauf unmittelbar am Modell demonstrieren. Damit wurde sichtbar, was wir unter moderner Sicherheitsinfrastruktur verstehen: nicht einzelne Technologien nebeneinander, sondern ein vernetztes System, in dem Sensorik, Software und autonome Einheiten gemeinsam arbeiten.
Robotik live auf der Messe
Autonome Systeme entfalten ihre Wirkung auf einer Messe vor allem dann, wenn sie nicht nur ausgestellt, sondern tatsächlich erlebt werden können. Deshalb haben wir auch 2026 bewusst auf Live-Demonstrationen gesetzt.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte unser Unitree H2, den wir über das Messegelände laufen ließen. Gleichzeitig waren auch weitere Systeme wie Go2 und Spot von Boston Dynamics regelmäßig in Bewegung und konnten von den Besuchern direkt im Einsatz erlebt werden. Dadurch entstanden viele Gespräche unmittelbar an den Robotern – von ersten Fragen zur Technik bis hin zu konkreten Überlegungen, welche Plattform sich für welches Einsatzszenario eignet.
Gerade dabei wurde deutlich, dass moderne Sicherheitsrobotik nicht aus einer einzigen Bauform besteht. Radgetriebene, vierbeinige und perspektivisch auch humanoide Systeme bringen unterschiedliche Stärken mit und können je nach Gelände, Aufgabe und vorhandener Infrastruktur gezielt eingesetzt werden.
Für uns steht deshalb nicht der einzelne Roboter im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie unterschiedliche Plattformen sinnvoll mit Sensorik, Software und bestehender Sicherheitstechnik kombiniert werden können.
Austausch über die Zukunft der Sicherheitswirtschaft
Ein besonderer Termin war der Besuch von Werner Landstorfer, Präsident des BDSW – Bundesverband der Sicherheitswirtschaft. Im Gespräch mit unserem Geschäftsführer Aleksej Tokarev ging es um die Entwicklung der Branche, neue technologische Möglichkeiten und die Rolle autonomer Systeme in zukünftigen Sicherheitskonzepten.
Dabei stand weniger die Frage im Mittelpunkt, ob Robotik in der Sicherheitswirtschaft eine Rolle spielen wird. Vielmehr geht es zunehmend darum, wie diese Systeme sinnvoll eingesetzt werden können, welche Aufgaben sie übernehmen und wie sie bestehende Sicherheitskräfte und Prozesse ergänzen.
Gerade vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel, steigenden Anforderungen an Verfügbarkeit und dem Schutz großer sowie komplexer Areale gewinnen vernetzte und autonome Systeme weiter an Bedeutung.
Besonders bei großen und sensiblen Arealen sowie Kritischen Infrastrukturen steigt der Bedarf an Lösungen, die bestehende Sicherheitsstrukturen ergänzen, Ausfälle besser abfedern und zusätzliche Lageinformationen bereitstellen können.
Entscheidend bleibt dabei für uns das Zusammenspiel von Mensch und Technik: Robotik soll Sicherheitskräfte unterstützen, zusätzliche Informationen liefern und dort eingesetzt werden, wo Automatisierung einen praktischen Mehrwert schafft.
Was wir aus Essen mitnehmen
Vier Messetage, zahlreiche Gespräche und viele konkrete Fragestellungen haben uns erneut gezeigt, wie stark sich der Blick auf autonome Systeme verändert hat. Robotik wird zunehmend weniger als einzelne Technologie betrachtet, sondern als Bestandteil einer vernetzten Sicherheitsarchitektur.
Für uns nehmen wir vor allem mit, dass Integration, Schnittstellen und der praktische Nutzen im Mittelpunkt stehen. Unternehmen suchen nicht nach einer isolierten Lösung, sondern nach Systemen, die sich in vorhandene Strukturen einfügen und bestehende Prozesse sinnvoll ergänzen.
Genau daran werden wir weiterarbeiten: an der Verbindung von Robotik, Sensorik, Software und bestehender Sicherheitstechnik – mit dem Ziel, autonome Sicherheitsinfrastrukturen praxistauglich, flexibel und zuverlässig weiterzuentwickeln.
Zum Abschluss möchten wir uns bei allen Besucherinnen und Besuchern, Partnern und Gesprächspartnern bedanken, die sich Zeit für den Austausch genommen haben. Ein besonderer Dank geht auch an unser gesamtes Team, das diesen Messeauftritt mit viel Einsatz, Vorbereitung und technischer Arbeit möglich gemacht hat.
Wir nehmen viele neue Kontakte, Ideen und konkrete Gespräche mit zurück nach Leipzig – und freuen uns darauf, diese in den kommenden Wochen weiterzuführen.
Danke Essen – bis zum nächsten Mal!